Theaterfreunde und Liebhaber der griechischen Mythologie können sich jetzt schon auf ein besonderes Erlebnis freuen. Die Experimentierbühne Wolfsburg probt „Antigone“ im Antoniensaal des Schlosses. Darsteller werden noch gesucht.

Unter dem Titel „Nicht mit zu hassen, mit zu lieben bin ich da“ entsteht zurzeit unter der Leitung der Regisseurin Renate Heidersberger-Weber eine klassische Inszenierung nach dem Vorbild des griechischen Theaters. Gezeigt werden acht Ausschnitte des Antigone-Stoffes über die Jahrtausende: von der Antike bis in die Moderne, von Sophokles, der seine Antigone im Jahre 442 v. Chr. aufführte, bis Brecht. Kaum eine andere Tragödie hat die Dramatiker aller Zeiten und Nationen so sehr beschäftigt.

Die junge Heldin, die trotz des Verbotes des Königs Kreon ihren gefallenen Bruder Polyneikes bestattet, muss dafür mit ihrem eigenen Leben büßen. Sie gilt in der wechselnden Ausprägung, die sie in den Dramen der Weltliteratur unter der Feder von Sophokles, Euripides, Racine, Hölderlin, Hasenclever, Cocteau, Anouilh und Brecht fand, als das erste literarische Zeugnis der Emanzipation der Frau. Sie stellt den Konflikt zwischen der Idee des diktatorischen Staates und der persönlichen moralisch-religiösen Verantwortung dar. Wer sollte dabei nicht an die jüngsten Ereignisse in Ägypten oder Libyen denken?

„Antigone“ ist die inzwischen 21. Inszenierung des Ensembles. Die Aufführungen sollen im Herbst 2012 in der Region stattfinden. Für drei männliche Rollen sowie Mitglieder des griechischen Chores werden noch Darsteller gesucht. Eine Anmeldung ist ab sofort über die VHS möglich. Interessierte können sich gern an den Probentagen (freitags von 19:00 - 22:00 Uhr) im Antoniensaal des Schlosses Wolfsburg über eine Mitarbeit informieren.